Raumakustik im Hallenbad
Akustikplanung im Feuchtraum: Anforderungen und korrosions- & chlorbeständige Akustiklösungen
Hallenbäder sind akustisch anspruchsvolle Räume: Sportbetrieb, Schulunterricht, Therapieangebote und öffentlicher Badebetrieb finden häufig parallel statt. In Verbindung mit schallharten Oberflächen (Fliesen, Glas und Beton) sowie den großen Wasserflächen der Becken entstehen ausgeprägte Schallreflexionen und kritischen Nachhallzeiten.
Auswirkungen einer mangelhaften Raumakustik: Ungenügende Sprachverständlichkeit, dauerhaft akustische Belastung auf das Personal und unangenehme Aufenthaltsqualität. Ohne gezielte, akustische Maßnahmen ist ein erfolgreicher Betrieb beeinträchtigt. Sowohl im Neubau als auch in der Sanierung ist daher eine integrale Akustikplanung keine gestalterische Option, sondern die funktionale Grundvoraussetzung für einen dauerhaft hochwertigen Hallenbadbau.
Welche Nachhallzeiten gelten nach DIN 18041 im Hallenbad?
Die DIN 18041 (Raumgruppe A – große Räume, z. B. Sport-/Schwimmhallen) gibt keine festen Zahlen, sondern volumenabhängige Nachhallzeiten vor.
Für typische Hallenvolumen (2.000 bis10.000 m³) ergeben sich folgende realistische Zielbereiche als Planungsgrundlage:
| Nutzungstyp | Typisches Raumvolumen | Zielbereich T (500 bis 1.000 Hz) in s | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Schulschwimmen | 2.000–4.000 m³ | 1,0 - 1,5 s | optimal |
| >1,7 s | zu lange | ||
| <0,9 s | zu kurz | ||
| Therapie/Reha | 1.000–3.000 m³ | 0,8 – 1,1 s | optimal |
| >1,3 s | zu lange | ||
| <0,7 s | zu kurz | ||
| Wettkampfbecken / Sporthalle mit Tribüne | 4.000–10.000 m³ | 1,5 – 2,0 s | optimal |
| >2,3 s | zu lange | ||
| <1,3 s | zu kurz |
- DIN 18041 ordnet Schwimmhallen der Raumgruppe A (A5 – Sport) zu
- Nachhallzeit T bezogen auf den Frequenzbereich 500–1000 Hz gemäß ISO 3382-1
- Toleranzbereich ±20 % im relevanten Frequenzband
Gut zu wissen:
- Therapiebäder liegen bewusst unter DIN-Niveau, da Sprachverständlichkeit entscheidend ist
- Sport-/Wettkampfbereiche akzeptieren längere Nachhallzeiten wegen Raumvolumen und Nutzung
- VDI 2569 dient eher als Referenz für „gute Hörsamkeit“ und macht keine direkten Vorgaben
Wo setze ich Absorptionsflächen in Schwimmhallen effektiv ein?
Eine normgerechte, nutzungsorientierte Raumakustik erfordert frühzeitig geplante Absorptionsflächen. Vor allem Decken- und Wandbereiche bieten konstruktives Potenzial, um Nachhallzeiten wirksam zu reduzieren, die Verständlichkeit zu verbessern und die akustische Belastung für Nutzer und Personal dauerhaft zu senken.
| Lösungstrategie | Akustische Wirkung | Anwendungsort | Planungsempfehlung |
|---|---|---|---|
| Deckenabsorber | Sehr wirksam, reduziert Nachhallzeit deutlich kontrolliert Erstreflexionen | Hauptschallfeld, große Räume | Früh in LP2/3 berücksichtigen mindestens eine Raumfläche wirksam belegen |
| Wandabsorber | Sehr wirksam, wenn ergänzend zur Decke reduziert seitliche Reflexionen verbessert Sprachverständlichkeit | Hauptnutzungsbereich, Ohrhöhe | Früh in LP2/3 berücksichtigen mindestens zwei Flächen belegen (am besten Decke + Wand) |
| Kombinierte Systeme | Optimale gleichmäßige Schallverteilung reduziert Flatterechos breitbandige Nachhallreduktion | Schwimmhalle, Sporthalle, Therapie Räume mit hoher akustischer Anforderung | Früh in LP2/3 berücksichtigen Kombination sicherstellen und mindestens 2 Raumflächen wirksam belegen |
Der Schallabsorptionsgrad α hängt stark ab von: Frequenz, Aufbau (z. B. mit/ohne Hohlraum), Dicke des Materials sowie Montageart
Welche raumakustische Maßnahmen gibt es für Feuchträume im Materialvergleich?
| System | Schallabsorptionsgrad α (typ. Bereich) | Absorption: Hohlraum nötig? | Planerische Bewertung |
|---|---|---|---|
| Echtholz-Akustikpaneele | α = 0,6 – 0,9 | optional verstärkt Akustik | sehr gute Akustik bei Hohlraumausbildung Absorption frequenz- und konstruktionsabhängig |
| Holzwolle-Leichtbauplatten (WWL) | α = 0,6 – 0,9 Poröse Struktur absorbiert effektiv ohne Hohlraum | nein | breitbandig wirksam, gute Sprachverständlichkeit |
| Lochblechkassetten mit Absorber | α = 0,5 – 0,9 | ja | gut einstellbare Absorption |
| Akustikputz (mineralisch) | α = 0,7 – 0,95 | nein | gleichmäßige, breitbandige Absorption |
Wie viel Absorberfläche sollte eingeplant werden?
Bei der Neubauplanung und der Sanierung von Hallenbädern wirkt ein kombiniertes System aus schallabsorbierenden Decken- und Wandverkleidungen mit einem hohen Schallabsorptionsgrad effektiv. Wie viel Absorptionsfläche in der Kategorie Sport- und Schwimmhalle benötigt wird, kann im kostenfreien Raumakustikrechner individuell und angepasst auf das Bauvorhaben prognostiziert werden.
Technische Umsetzung:
Feuchtraumgeeignete Akustikpaneele für Sanierungs- & Neubauprojekte
Echtholz-Akustikpaneele von Lignotrend sind für die Anwendung im Feucht- und Nassraum in den Nutzungsklassen 1 und 2 (Holzfeuchte unter 20 %) unter Einhaltung der DIN 18041 zugelassen. Damit ist i.d.R. die Anwendung z.B. an der Decke von Hallenbädern/Schwimmhallen völlig unproblematisch.
✓ Formstabil auch bei einer hohen Luftfeuchtigkeit (Lüftungsanlage vorausgesetzt)
✓ Dank Hinterlüftung (korrosionsbeständige Utnerkonstruktion) resistent gegenüber Schimmel
✓ Chlorhaltige Luft hat keine Auswirkung auf das Massivholz
- Feuchtraumgeeignet Schwer entflammbar

LIGNO® Akustik light/Pro
geeignet für Hallenbäder
Echtholz-Akustikpaneele
als Deckenverkleidung_C-s2-d0
mit und ohne Lack
nach DIN EN 13501-1 - Feuchtraumgeeignet Schwer entflammbar

LIGNO® Akustik light/Pro
geeignet für Hallenbäder
Echtholz-Akustikpaneele
als Wandverkleidung_C-s2-d0
mit und ohne Lack
nach DIN EN 13501-1 - Wunschpaneel konfigurieren

LIGNO® Akustik light/Pro
geeignet für Hallenbäder
Echtholz-Akustikpaneele
individuell konfigurierbar_C-s2-d0
mit und ohne Lack
nach DIN EN 13501-1
Ausführung der Befestigung in Hallenbädern
- Auf korrosionsbeständige Verbindungsmittel muss geachtet werden, z.B. bei chlorhaltiger Raumluft
- Schrauben aus hoch korrosionsbeständigem Edelstahl (Güteklasse 1.4539) verwenden
- Empfohlen wird eine Unterkonstruktion aus Holz, in Verbindung mit geeigneten Befestigungsmitteln
Hinweis: Nicht für Solebäder geeignet!
Weiterführende Informationen & Services:
› Raumakustik prognostizieren und Bedarf an Absorbern ermitteln
› LIGNO® Akustik konfigurieren
› Individualisierten Ausschreibungstext über die LIGNO® Fachberatung (kostenfrei) anfragen
Technische Daten & Detailkatalog
Downloads
Tragende BSP-Elemente mit integriertem Akustikabsorber
Gestaltungsfreiheit in der Grundrissgestaltung wird durch große Spannweiten bis 18 m möglich. Punktuell können Elemente im Werk für lokale Verstärkungen und deckengleiche Unterzüge vorbereitet werden. Zur Überspannung werden BV-Elemente verwendet. Sowohl Dach- als auch Deckenelemente können mit integrierten Akustikabsorbern (ab Werk) konfiguriert werden.
Weiterführende Informationen & Services:
› Raumakustik prognostizieren und Bedarf an Absorbern ermitteln
› Individualisierten Ausschreibungstext über die LIGNO® Fachberatung (kostenfrei) anfragen
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Referenzen
Tragenden LIGNO® BSP-Elemente und Akustikpaneele in Hallenbädern
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